13. Jan 2021 Erstellt von Christopher Meil

KI im Marketing: Tools und Erfahrungen

Beitrag KI im Marketing

Geht es um Machine Learning und künstliche Intelligenz (KI) denken die meisten Menschen vor allem an die Zukunft mit selbstfahrenden Autos oder menschenähnlichen Roboter. Das die künstliche Intelligenz aber schon in vielen Standard-Industrien Einzug gehalten hat zeigen Beispiele wie KI Programme die Rechnungen prüfen oder bei Auto-Versicherungen Bagatellschäden automatisiert abwickeln. Das Bagatellschäden-Beispiel stammt aus China und da stellt sich die Frage, wie es um die Nutzung und Implementierung von künstlichen Intelligenzen in deutschen Unternehmen steht? Dieser Blog-Beitrag von Prof. Dr. Gerald Lembke beleuchtet die KI-Situation sehr gut. 

Aber wie steht es um KI im Marketing? Kann die künstliche Intelligenz Marketing-Arbeit erleichtern oder gar abnehmen? In diesem Artikel zeigen wir anhand eines Selbstversuches was heute schon in Sachen KI im Marketing geht und wie die Ergebnisse aussehen.

Einfacher und schneller mit KI im Marketing

Am Anfang steht häufig der Wunsch einen bestimmten Inhalt im (Online) Marketing zu schaffen und mittels Kampagnen zu distribuieren. Sei es eine Landing-Page für eine spezifische Ads-Kampagne, eine Instagram-Story für den nächsten Instagram-Post oder ein Erklär-Video. Mit welchen Tools und Methoden kann KI im Marketing die Content-Erstellung einfacher, schneller und besser machen?

Selbstversuch im Praxis Einsatz

Mich interessierte nach der Recherche zum Thema KI im Marketing vor allem die Frage, inwieweit eine Wertschöpfungskette in der Onlinemarketing-Produktion mit künstlichen Intelligenzen und Machine Learning beschleunigt, vereinfacht oder ganz übernommen werden kann. Deshalb habe ich mich an einen Selbstversuch gewagt. Ziel war es einen Einseiten-Internetauftritt – marketingsprech Onepager – so weit wie irgend möglich mittels KI Tools zu erstellen.

Gewünschtes Ergebnis und Arbeitsschritte

Als Inhalt soll der Onepager mich als Person und meine Dienstleistungsschwerpunkte zeigen, sowie ein Video beinhalten, welches über die Produktions-Schritte berichtet. Hierdurch ergaben sich nach der Tool-Recherche folgende Arbeitsschritte und dabei eingesetzte KI im Marketing Tools:

1. Erstellung Wireframe und Umwandlung in ein HTML-Template mit Sketch2Code
2. Icon-Erstellung für die Dienstleistungsschwerpunkte mit Autodraw
3. Icon Hintergrund entfernen mit remove.bg
4. Texte Dienstleistungsschwerpunkte schreiben mit ai Writer
5. Auswahl der passenden Textpassagen und übersetzen mit deepl
6. Video-Produktion mit Synthesia

Es braucht doch noch manuelle, ergänzende Arbeiten

Einige Arbeitsschritte und Inhalte der Seite mussten auch noch manuell gemacht werden bzw. es waren auch Nacharbeiten notwendig wie z.B.:

  • HTML-Template optimieren z.B. teilweise Überschriften bündig formatieren
  • Icons in SVG umwandeln
  • Auswahl passender Textpassagen aus den AI-Texten und leichte Rechtschreibanpassung
  • Verwendung vorhandener Text und bestehendes Bild für „über meine Person“
  • Schnitt der mit Synthesia erzeugten Videoszenen

Ergebnis & Erkenntnisse des Selbstversuches

Unter diesem Link ist das Ergebnis des Selbstversuches zu sehen (nur für Desktop-Darstellung ausgerichtet):
https://optimeil.de/demo/KI-im-Marketing-Demo-christopher-onepager.html

optimeil AI-Testseite

Was schon besonders gut geht bei KI im Marketing

Was mich sehr beeindruckt hat bei meinem Selbstversuch, war einerseits wie weit schon so kleine Helferlein wie remove.bg sind und andererseits was bereits möglich ist im Video-Bereich z.B. mit Synthesia.

Was noch in den Kinderschuhen steckt

  • Die Texterstellung mit AI Writer gleicht eher einer Recherche und Inspirationshilfe. Denn das Textergebnis reicht aus meiner Sicht (bis jetzt) nur um einzelne Passagen zu verwenden und sich durch aufgezeigte Unter- oder Zusatzthemen weiter inspirieren zu lassen.
  • Die Template-Erstellung mit Sketch2Code reicht nur für einfache Seitentemplates. Der Ergebnis-Code ist noch sehr „quick & dirty“ d.h. hier ist noch deutlich Luft nach oben um qualitativ besseren Code zu erhalten z.B. mit einer klaren Hx-Deklaration
sketch to code - Anwendung
sketch to code - Anwendung

Wie geht es weiter? Was ich gerne noch weiter ausprobieren möchte

Wie geht es weiter? Was ich gerne noch weiter ausprobieren möchte
Der Selbstversuch stellt quasi eine erste Momentaufnahme dar. Denn es gibt eine Menge weiterer Tools und Dienste, die ich zur Verbesserung und Erweiterung einsetzen könnte:

1. Template Verbesserung mit uizard, fronty oder teleporthq

Beim Tool https://uizard.io habe ich leider nach dem Eintrag in die Beta-Liste noch keinen Zugang erhalten. Hier würde mich aber es sehr interessieren das einmal zu testen, denn ich gehe davon aus, dass hiermit die Seitentemplate-Erstellung einen deutlichen Qualitäts-Sprung erlebt, denn hier wird der Weg über den Export von uizard in Wirkframe-Tools wie Sketch oder Figma genommen. Ist das Wireframe erstmal in diesen Tools qualitativ gut angekommen gibt es bestehende und bewährte HTML-Export Lösungen.

2. Interview-Aufzeichnung mit mir als Interviewpartner

Mittels Text2Spech-Diensten könnten man auch einen Interview-Podcast produzieren, indem ich zu meinen KI-Erfahrungen interviewt werden. Hier gibt es verschiedene Ausprägungsansätze:

a. Der Interviewer wird mittels KI Text2Speech Stimme erzeugt und die Antworten kommen als Aufnahme von mir dazu

b. Interviewer und Antworten werden beides über KI Text2Speech Stimmen erzeugt und abgemischt

c. Wie oben, allerdings bietet resemble z.B. die Möglichkeit die eigene Stimme mittels KI zu synthetisieren und dann als Text2Speech zu verwenden

3. Video und Podcast Optimierung mit Hintergrund-Musik

Für professionelle Videos und Podcast ist es heute Standard durch Musik auch entsprechende Atmosphäre zu schaffen. Auch hier gibt es diverse KI Tool die entsprechende Musik vollautomatisiert produzieren können. Mit solcher Musik würde ich dann im nächsten Schritt das Video und den Podcast optimieren.

Soundraw AI Musikproduktion

4. Video-Optimierung

a. mit der eigenen synthetisierten Person
Der eingesetzte Dienst synthesia bietet auch die Option nach Einsendung eines Videos der eigenen Person vor einem Greenscreen die (Video)Person zu synthethisieren. Damit könnte man dann die eigene Person im Video sprechen lassen.

b. Mit der eigenen synthetisierten Stimme
Es kann bei synthesia als Audio-Input eine eigene Aufnahme hochgeladen werden. Mit der synthetisierten Stimme aus 2c könnte somit eine komplette Individualisierung erfolgen.

c. Mit Bewegtbild-Hintergrund
In der ersten Fassung wurde als Hintergrund für die Sprecherin jeweils statischer Bilder gewählt. Um das Video noch besser als Gesamtbewegtbild-Erlebnis zu gestalten könnte der statische Hintergrund mit Video ersetzt werden. Auch gibt es z.B. unscreen.com KI Helfer um den Hintergrund zu entfernen.

5. Erweiterung des Videos um Personenstatements

Rosebud.ai ist ein Anbieter, der ähnlich wie https://thispersondoesnotexist.com/ KI generierte Personenbilder produziert. In einer Erweiterung von rosebud.ai gibt es die Möglichkeit hochgeladene Personenbilder zu sprechenden Video-Personen „zum Leben zu erwecken“. Hier könnte man dann das vollständig machen, indem man wieder auf KI text2speech Services zugreift und den KI erzeugten Personen KI erzeugte Stimmen verpasst. Als Inhalt wäre vorstellbar das Video so zu erweitern, dass am Ende 2 Personen sich zu Wort melden und ein Statement zu KI abgeben.

Fazit

Ich war einerseits selbst überrascht bei der Recherche wieviele Tools es bereits am Markt gibt und andererseits wie gut bereits der Ergebnisse sind bzw. was für Arbeiten die Tools alles heute bereits leisten. Aus meiner Sicht wird das Thema KI im Marketing sich einen festen Platz erobern und zukünftig immer mehr Aufgaben abnehmen.

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